Führungskräfte- und Unternehmensentwicklung

Ein Gebirgsbach schläbgelt sich über große weiße Steine, links und rechts dunkelgrüne Büsche, blauer Himmel mit Schäfchenwolken

Von der Fachkraft zur Einrichtungsleitung

Was für ein besonderes Coaching!

Der Schritt von der Pflegefachkraft hin zur Einrichtungsleitung ist mehr als nur ein Karrieresprung. Es ist ein Rollenwechsel, der eine klare Vorstellung und ein tiefes Verständnis von Führung erfordert, die sogenannte innere Haltung. 

Umso mehr hat es mich gefreut, eine engagierte Nachwuchsführungskraft für das Kolloquium zur Qualifikation als Einrichtungsleitung vorbereiten zu dürfen. 

Beauftragt wurde ich von der Geschäftsführung mit einem klaren Ziel: Die Prüfung sollte nicht durch reines Auswendiglernen bestanden werden, sondern durch echtes Verstehen, durch Erfahrungslernen und durch eine authentische Führungspersönlichkeit.

Ausgangspunkt: Werte und Motivation

Wir starteten nicht mit Fachliteratur oder Prüfungsskripten, sondern mit der Person selbst. Wir haben uns intensiv mit ihren persönlichen Werten auseinandergesetzt und der Frage, wie diese ihr Führungshandeln prägen.

Also Zuverlässigkeit, Wertschätzung, Vertrauen und noch ein paar mehr. Sie hat erkannt, dass Führung immer bei der eigenen Haltung beginnt. 

Denn wer führen will, muss zuerst wissen, wofür er steht. Welche Haltung prägt mein Handeln? Was ist mir im Umgang mit Mitarbeitenden wirklich wichtig? Und wie möchte ich als Führungskraft wahrgenommen werden?

Schnell wurde deutlich: Führung ist kein Werkzeugkasten voller Methoden, sondern eine innere Haltung basierend auf den eigenen Werten, die sich im täglichen Handeln zeigt.

Führungsverständnis entwickeln

Ein zentraler Bestandteil des Coachings war die Reflexion ihres Führungsverständnisses: Dabei haben wir sowohl Aspekte der transaktionalen Führung betrachtet – also klare Leistungsvereinbarungen und Erwartungen, als auch den Fokus bewusst auf transformationale Führung gelegt. 

Hier geht es um weit mehr: um Vertrauen, Respekt und die Fähigkeit, Menschen zu inspirieren und zu entwickeln. Gerade in der Pflege ist diese Form der Führung entscheidend, um Mitarbeitende langfristig zu binden und eine positive Arbeitskultur zu gestalten.

Wohlbefinden stärken mit dem PERMA-Modell nach Martin Seligman

Gemeinsam haben wir erarbeitet, wie die fünf Elemente: Positive Emotionen, Engagement, Beziehungen, Sinn und Zielerreichung konkret im Führungsalltag genutzt werden können, um das Wohlbefinden der Mitarbeitenden zu fördern.

Denn: Gute Führung zeigt sich nicht nur in Ergebnissen, sondern auch darin, wie sich Menschen bei der Arbeit fühlen.

Lebensqualität im Fokus nach dem Senses Framework von Mark Nolan

Ergänzend dazu haben wir mit den sechs emotionale Zuständen gearbeitet, die die Lebensqualität aller Beteiligten in den Mittelpunkt stellen, sowohl die der Mitarbeitenden als auch die der pflegebedürftigen Menschen und ihrer Angehörigen: Sicherheit, Zugehörigkeit, Kontinuität, Sinnhaftigkeit, Erfüllung, Wertschätzung und Bedeutung.

In unserem Coaching haben wir reflektiert, wie alltägliche Entscheidungen diese Dimensionen prägen:

  • Wie beeinflusst zum Beispiel ein durchdachtes Onboarding von Mitarbeitenden oder ein gut begleiteter Einzug der zu betreuenden Personen von Anfang an das Zugehörigkeitsgefühl?
  • Wie können tägliche Rituale Sicherheit und Vertrauen schaffen? Für Mitarbeitende und Bewohner. 

Dieser Perspektivwechsel macht deutlich: Führung bedeutet immer auch, Lebensqualität aktiv zu gestalten.

Vorbereitung auf das Kolloquium

Die erarbeiteten Inhalte haben wir nicht nur theoretisch betrachtet, sondern in einem simulierten Fachgespräch angewendet.

Dabei wurde klar herausgearbeitet, wie sie ihre zukünftige Verantwortung als Einrichtungsleitung versteht:

  • für die Pflegequalität und Lebensqualität  der Bewohner:innen
  • für die Arbeits- und Lebensqualität der Mitarbeitenden
  • und für sie selbst. 

Diese praxisnahe Vorbereitung hat ihr nicht nur Sicherheit für die Prüfung gegeben, sondern vor allem Klarheit für ihre zukünftige Rolle.

Werte leben

Zum Abschluss haben wir den Blick noch einmal auf das große Ganze gerichtet: Wie lassen sich die eigenen Werte nicht nur in der Einrichtung, sondern auch im eigenen Leben verankern? Denn Werte dürfen keine Lippenbekenntnisse bleiben, sie sorgen für eine tragfähige Basis.

Gemeinsam haben wir konkrete Wege entwickelt, wie die Nachwuchsführungskraft für ihre eigene Lebensqualität sorgen und für sich selbst den Alltag auf ihre Werte ausrichten kann.

Fazit

Dieses Coaching war weit mehr als eine Prüfungsvorbereitung. Es war eine Entwicklung hin zu einer reflektierten, werteorientierten Führungspersönlichkeit.

Und genau das ist es, was moderne Einrichtungsleitungen heute brauchen: Menschen, die nicht nur wissen, was zu tun ist, sondern auch, warum und wie sie es tun.